Sie interessieren sich für eine Ausbildung zum Triebfahrzeugführer? Dann sind Sie auf dieser Seite genau richtig, um nähere Informationen zu erhalten.

Der zweifelsfrei größte Anbieter für Ausbildungsplätze zum Triebfahrzeugführer ist die Deutsche Bahn AG. Dort bilden Schenker (Güterverkehr) und Regio (Nahverkehr) angehende Lokführer aus.

Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten, Triebfahrzeugführer zu werden. In einer Ausbildung von etwa 7 Monaten, sofern Sie bereits eine abgeschlossene Berufsausbildung besitzen, bzw. in einer Berufsausbildung von 3 Jahren mit abschließender Prüfung vor der IHK. Im letzteren Fall handelt es sich um die Ausbildung zum/zur Eisenbahner/in im Betriebsdienst Fachrichtung Lokführer und Transport.

Für beide Ausbildungsgänge gibt es zunächst einmal die gleichen Grundvoraussetzungen: Zunächst einmal ist ein guter Gesundheitszustand erforderlich. Dieses wird durch Untersuchungen bei einem Bahnarzt und einem Augenarzt festgestellt. Des weiteren muss an einem Eignungstest teilgenommen werden, in dem unter anderem das Reaktionsvermögen und die Belastbarkeit der Bewerber getestet wird.

Sollten Sie die Tests bestanden haben, die Ärzte keine Einwände bezüglich Ihrer Gesundheit haben und die Bahn bereit sein, Sie ausbilden zu wollen, so steht Ihrer Karriere als angehender Triebfahrzeugführer nichts mehr im Wege.

Durchlaufen Sie die 7 monatige Ausbildung, so werden Sie im Betriebsdienst geschult (Signalkunde, Durchführen von Zugfahrten im Regel- und Störfall, Rangierdienst, ...), Sie lernen den Aufbau und die Funktion von Diesel- und/oder E-Loks kennen, lernen sie zu bedienen und Störungen zu beseitigen. Dieses ist nur eine sehr grobe inhaltliche Wiedergabe der Ausbildungseinheiten.

Etwas anders sieht die Ausbildung natürlich aus, wenn Sie sich für die 3 jährige Berufsausbildung entscheiden. Diese wird im Dualen System durchgeführt, d.h. im Betrieb und in der Berufsschule. Durch zahlreiche Gespräche mit vielen Auszubildenden ist mir immer wieder klar geworden, dass die Vorstellungen zwischen dem Ablauf der Ausbildung und der Realität anders aussehen. Ich möchte darum jetzt etwas genauer auf die Berufsausbildung eingehen, um später eventuelle Enttäuschungen zu vermeiden.

Bei der Berufsausbildung wird die Fahrschule, also der Teil der Ausbildung, in der man die Loks genauer kennenlernt (Bedienung der Triebfahrzeuge und Störungsbehebung) erst im letzten Ausbildungsjahr durchlaufen. Vorher befasst man sich zwar schon mit dem Betriebsdienst (z.B. der Signalkunde und anderen betrieblichen Gegebenheiten und Besonderheiten) und weiteren, für den späteren Einsatz als Triebfahrzeugführer relevanten Dingen. (Übersicht über Ausbildungseinheiten hier.) Allerdings lernt man auch viele andere Bereiche der Bahn kennen. So kommt man unter anderem z.B. auf Stellwerken, in Reisezentren, im Zugbegleit- und Rangierdienst zum Einsatz. Diese Einsätze dauern nicht nur ein paar Tage, sondern gehen mitunter über Wochen. Zahlreiche Auszubildende denken darum manchmal, dass die eigentliche Ausbildung am und auf dem Triebfahrzeug nur nebenbei geschehen würde. Ich jedoch finde, dass diese vielfältigen Inhalte Sinn machen. So lernt man zahlreiche unterschiedliche Bereiche kennen und erfährt auch, wie die anderen Stellen arbeiten. Dieses ist in meinen Augen sehr wichtig, da die Bahn nur als ein Miteinander gesehen werden kann, bei dem jeder auf den anderen angewiesen ist. Kein Personenzug kann nur mit einem Triebfahrzeugführer alleine fahren. Ohne Fahrdienstleiter (die Person im Stellwerk, die die Weichen und Signale stellt), ohne die Mitarbeiter in den Reisezentren, ohne die Rangierer und Zugführer (Zugführer sind nicht mit den Lokführen zu verwechseln), ohne die Mitarbeiter in der Zugüberwachung usw. würde kein Zug verkehren. Dieses Zusammenspiel wird in der Ausbildung deutlich. Darüber hinaus ist kein Ausbildender (sei es die Deutsche Bahn AG oder ein anderer Betrieb) allein für die Ausbildung verantwortlich. Vielmehr gibt es eine Ausbildungsordnung mit Ausbildungsrahmenplan von der IHK, in der genau festgelegt ist, wie die Ausbildung auszusehen hat. An diese Ausbildungsordnung muss sich jeder ausbildende Betrieb halten.

Es würde mich freuen, wenn sich (ehemalige) Auszubildende bei mir melden würden, um mir zu schildern, wie die Ausbildung gefällt bzw. gefallen hat. Was sollte anders laufen? Durch Einträge im Forum-Bereich könnte so z.B. eine Diskussionsplattform entstehen. Nur wenn man vermeintliche Fehler anspricht, lassen sie sich demnächst beseitigen.

Nach bestandener Prüfung kann man dann als Triebfahrzeugführer eingesetzt werden. Bevor man jedoch eine Strecke befahren darf, muss man zunächst einmal Streckenkunde fahren. Dabei handelt es sich um Mitfahrten auf den Führer- ständen, um die Besonderheiten der Strecken, die man zukünftig befahren soll, kennenlernt.

Aber auch nach der abgeschlossenen Ausbildung ist nicht Schluss mit dem Lernen. Mit einer Lokbaureihe allein kommt man nicht weit. Mit der Zeit wird man auf weiteren Baureihen ausgebildet werden müssen. Diese Ausbildungen gehen immer einher mit einer Prüfung. Zusätzlich gibt es jedes Jahr den RFU (regelmäßigen Fortbildungsunterricht), an dem jeder Triebfahrzeugführer teilnehmen muss. Außerdem werden in regelmäßigen Abständen Transportkontrolleure, zur Überwachung der Dienstausübung, mitfahren (gesetzlich vorgeschrieben). So soll gewährleistet werden, dass auf den Schienen die bestmögliche Sicherheit garantiert werden kann.

Viele möchten jetzt sicherlich noch gerne wissen, was denn ein Triebfahrzeugführer so verdient. So ganz einfach lässt sich die Frage nicht mehr beantworten. Es hängt von der späteren Verwendung ab. Streckenlokführer beginnen bei der Deutschen Bahn AG mit Lf 5 Stufe 1. Es ist jedoch auch möglich, dass man nach der Ausbildung zunächst als Lrf oder Bereitstellungslokführer eingesetzt wird. Eine Übersicht kann unter der Rubrik Tarif - Entgelt (beispielhaft für die Deutsche Bahn AG) nachgelesen werden. Zu den dort angegebenen Beträgen kommen noch die Nebenbezüge. Je nach Monat etwa EUR 200,00 bis EUR 330,00 netto. Bei diesen Werten handelt es sich lediglich um Richtwerte. Je nach Anzahl der Zugfahrten, Nachtstunden, Arbeit an Sonn- und Feiertagen und der Steuerklasse wird dieser Betrag variieren. Ein Teil der Zulagen, die man so bekommen kann, kann unter Tarif - Zulagen entnommen werden.

Lust auf den Beruf des Triebfahrzeugführers bekommen? Ich kann nur sagen, mir persönlich hat die Tätigkeit immer sehr viel Spaß gemacht. Man ist sein eigener Herr, trägt eine hohe Verantwortung und hat auch genügend Freizeit (mehr als wenn man jede Woche von montags bis freitags arbeiten würde). Aber die Nachteile seien auch erwähnt, und man sollte gut über diese nachdenken. Weihnachten oder Silvester sind natürlich normale Arbeitstage, und statt am Samstag mit den Freunden zur Disco oder einer Party, geht’s eben zur Nachtschicht. Dafür hat man halt mal in der Woche frei. Auch darf man nicht erwarten, jeden Tag wieder nach Hause zu kommen. So gibt es z.B. Schichten mit auswärtigen Übernachtungen. Es sollte also genau überlegt sein, ob man bereit ist, diese Nachteile in Kauf zu nehmen. Andernfalls wird der Beruf leicht zum Frust und man verliert die Freude an der Arbeit.

Immer noch interessiert? Dann gibt es nähere Informationen auf den Seiten der Deutschen Bahn AG oder beim Arbeitsamt.